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„KIV-EN Aktuell“ vom 25. April 2018

KIV-EN Aktuell" der monatliche Newsletter rund um die Biene"kiv aktuell

 von Dr. Gerhard Liebig

vom 25. April 2018

Die Schwarmzeit hat begonnen

In Kürze:
Der April war nach kühlem Beginn wochenlang sommerlich warm.
Er endet wohl kühl und regnerisch. So soll der Mai auch beginnen.
Dann wird nach rasantem Beginn das „Große Blühen“ und mit ihm auch die Rapsblüte langsam zu Ende gehen.
Die Völker haben im sommerlich warmen April ihr Brutnest stark ausgedehnt. Die Folge: sie wachsen jetzt sie sehr rasch. Die Stärkeren werden bald ans „Abhauen“ denken, die ersten wollen es bereits.
Mit der Schwarmzeit beginnt auch die Zeit der Völkervermehrung.

Beim Schröpfen habe ich gestern das erste Volk in Schwarmstimmung entdeckt. Vier Weiselbecher waren mit einem Ei belegt. Äußerer Anlass war wohl der abrupte Witterungswechsel am Wochenanfang von „warm und trocken“ auf „kühl und feucht“.
Wenn dicht gedrängt alle „Außendienstler“ zu Hause bleiben müssen und fortlaufend neue „Innendienstler“ auf den Arbeitsmarkt drängen, entstehen leicht „Schwarmgedanken“, auch wenn der Honigraum noch nicht voll ist.
Das Schwärmen gehört zur Natur der Honigbiene. Die Schwarmzeit kann Ende April beginnen und bis Anfang Juli dauern. Deshalb sind ab sofort Schwarmkontrollen im Abstand von 7 Tagen zu empfehlen! Wenn die übliche Kippkontrolle zum Befund „in Schwarmstimmung“ führt, muss das betreffende Volk „durchgeschüttelt“ und alle Schwarmzellen zerstört werden.
Die Kippkontrollen werden auch zur Drohnenbrutentnahme genutzt. In der Regel dauert es 21 Tage, bis ein Baurahmen mit verdeckelter Drohnenbrut gefüllt ist. Diese Drohnenbrutwabe wird entnommen und gegen einen leeren Baurahmen getauscht oder ausgeschnitten.
Bei Schwarmstimmung wird der Baurahmen nicht ausgebaut.

Ableger bilden
Mit dem Schröpfen von „Brutbrettern“ (mit viel verdeckelter Brut) und ihren ansitzenden Bienen (und ohne Königin!) kann dem Aufkommen von Schwarmstimmung vorgebeugt werden.
1 Brutbrett + 1 Futterwabe + 1 Mittelwand = 1 Brutableger. Auf dem Brutbrett muss auch etwas jüngste Brut zum Nachschaffen sein. Bei schwachem Bienenbesatz des Brutbrettes werden die Bienen von einer zweiten (Brut-)Wabe (ohne Königin!) dazu geschüttelt. An die Stelle des entnommenen Brutbrettes kommt eine Mittelwand. Der Brutableger wird außerhalb des Flugkreises mit kleinem Flugloch aufgestellt.
Die Ende April/Anfang Mai gebildeten Brutableger werden 21 Tage nach ihrer Bildung mit Oxalsäure eingesprüht.
Wer viele Völker hat (mehr als 5) bildet einen Sammelbrutableger und startet mit ihm die „Völkervermehrung in vier Schritten“ mit integrierter Königinnenaufzucht.
Mit den am Tag x gebildeten Sammelbrutablegern/Pflegevölkern wird nach Plan verfahren:
* Am Tag x+9 Nachschaffungszellen brechen, eventuell auf 20 Waben erweitern und Zuchtrahmen
   einhängen.
* Am Tag x+(14-)19 werden die Königinzellen mit Begleitbienen verschult.
* Am Tag x+21 werden die Pflegevölker in Begattungsvölkchen (= 1 „Bienenwabe“ [mit mindestens tausend Bienen besetzt] + 1 Futterwabe + 1 Jungkönigin) aufgelöst und jede Bienenwabe beim Umhängen in ein Magazin bzw. in das Abteil eines „Viererbodens“ mit Oxalsäure eingesprüht.

Übrigens:
Der bisherige Witterungsverlauf im Frühjahr 2018 hat sich durch die Abfolge „kühler März“ und „warmer April“ ausgezeichnet. So beginnen auch Waldtrachtjahre.
Laut Wetterprognose könnte ein „kühler Mai“ folgen, was die Vermehrung von Honigtauerzeugern während des Baumaustriebes begünstigen würde.
In Gebieten, in denen Honigtautracht im Sommer möglich ist, lohnt es sich nach den bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern zu gucken. Wer beobachtet weiß Bescheid.    

Dr. Gerhard Liebig, Bochum; e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!