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„KIV-EN Aktuell“ vom 07.Dezember 2017

KIV-EN Aktuell" der monatliche Newsletter rund um die Biene"kiv aktuell

 von Dr. Gerhard Liebig

vom 7. Dezember 2017

ALLE JAHRE WIEDER

Der November hatte sich frostig kalt verabschiedet. Der Dezember hat frostig kalt begonnen, dann wurde es 4 Tage lang etwas milder. Ab der kommenden Woche soll es wieder und auf Dauer frostig-kalt werden und mit Schneefall auch in den tieferen Lagen weitergehen. Wie in 2016 könnte der Dezember in 2017 sehr kühl werden.
Die Bienenvölker sitzen in einer engen Wintertraube. Mehr als die Hälfte der Völker ist bereits brutfrei, die anderen haben noch etwas verdeckelte Brut, die noch vor Weihnachten geschlüpft sein wird. Der ideale Zeitpunkt für die „Restentmilbung“ rückt näher.
Am besten wartet man die weitere Wetterentwicklung ab und achtet auf die Wetterprognose (Abb. 1). Falls der Wetterbericht ansteigende Temperaturen vorhersagt, wird die „Träufelbehandlung“ mit Oxalsäure durchgeführt, bevor es mild wird. Wenn es durchgehend kühl bleiben sollte, wartet man bis Weihnachten.

tempdwd

Abb. 1. Die Prognose des Temperaturverlaufs des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum 11. Dezember bis 21. Dezember, erstellt und kopiert am 7. Dezember von https://www.dwd.de/DE/leistungen/trendvorhersage_regional/trendvorhersage_regional.html.
Auf der Website des DWD ist zu lesen: Die Vorhersage berücksichtigt Prognoseunsicherheiten, die bei mittelfristigen Vorhersagen eine große Rolle spielen. Daher ist es bei Prognosen, die sich bis zum fünfzehnten Tag erstrecken, sinnvoll einen Bereich anzugeben, in dem sich die Temperatur wahrscheinlich bewegen wird. Da diese Spanne bis einschließlich des vierten Tages in der Regel sehr klein ist, beginnt der 15-Tage-Temperaturtrend erst am fünften Tag. Der Bereich, in dem sich die Tageshöchsttemperatur wahrscheinlich bewegen wird, ist in den Abbildungen orangerot dargestellt, der Bereich für die Tagestiefsttemperatur in blau.

Worauf zu achten ist

Es ist empfehlenswert, vor und nach der Behandlung eine Gemülldiagnose durchzuführen. Vor der Behandlung gibt sie Auskunft darüber, wie stark ein Bienenvolk von der Varroamilbe befallen ist, wo es sitzt und wie viele Wabengassen es besetzt.

Der durch die Oxalsäurebehandlung ausgelöste Milbenfall hält bis zu 4 Wochen an. Sein Maximum tritt zwischen dem 2. und 4. Tag nach der Behandlung auf. Etwa 80% der bekämpften Milben fallen innerhalb einer Woche. Dieser Zeitraum genügt, um den Behandlungserfolg der „Restentmilbung“ zu beurteilen. Danach werden die Windeln gezogen und die Völker über offenem Gitterboden geführt. Die Windeln werden erst wieder im Sommer gebraucht, um den natürlichen Milben(ab)fall zu erfassen.

Wie die Behandlung durchgeführt wird ist auch im Film „Die Restentmilbung mit Oxalsäure“ (https://www.immelieb.de/videos/varroabekampfung/oxalsaeure-traeufeln-im-winter/) zu sehen.
50 ml der nach Gebrauchsanleitung hergestellten Oxalsäure-Lösung werden mit einer Spritze aufgezogen und mit feinem Strahl in die von Bienen dicht besetzten Wabengassen gespritzt. Je nach Stärke wird ein Volk mit 30-50 ml behandelt. Starke Völker, die bei Frost in 6 oder 7 Wabengassen sitzen, erhalten 50 ml. Völker, die nur in 3-5 Wabengassen sitzen, erhalten 30 ml Lösung. Beim Einbringen dieser Mengen fährt man die besetzten Waben zweimal ab.

Die Behandlung wird nicht wiederholt! Auch dann nicht, wenn sie einen sehr hohen Milben-Abfall von tausend und mehr Milben auslöst. In solchen Fällen muss das Behandlungskonzept im Spätsommer/Herbst überdacht und korrigiert werden.

Wenn der natürliche Milbenfall im Dezember unter 0,5 Milben pro Tag liegt, kann auf die „Restentmilbung“ verzichtet werden. Bei den in 2017 durchgeführten Behandlungsversuchen mit dem Varroa-Killer-Sound, der überhaupt keine Wirkung zeigte, hat es sich wieder einmal bestätigt, dass man mit konsequenter Drohnenbrutentnahme die Varroamilbe auch in Völkern, die bereits im Frühjahr stark befallen sind, ausreichend im Griff hat und eine Behandlung nach der Sommerhonigernte Ende Juli/Anfang August früh genug kommt.